Negativ Seo - legal oder illegal?

Was für ein böses Wort. Negativ Seo – also die gezielte Schädigung einer fremden (Konkurrenz-) Webseite. Aber was ist überhaupt Negativ Seo? Wie kann man sich wehren? Und ist das legal oder illegal? Aber der Reihe nach.

Gerade wenn man unter starkem Konkurrenzdruck ein (Online) Geschäft betreibt und einem der Mitbewerber eine Nasenlänge voraus ist kommt manchem Webseiten Betreiber die Idee das er seinen direkten Konkurrenten aktiv schädigen könnte um seine eigene Position zu stärken. Eine beliebte aber definitiv illegale Methode den Gegner Schachmatt zu setzen sind DDOS Angriffe die die Konkurrenzwebsite für Besucher über einen bestimmten Zeitraum unerreichbar machen. Mit Seo hat das selbstverständlich nichts zu tun, ich erwähne es nur der Vollständigkeit halber. Etwas sanfter, aber deshalb nicht weniger aggressiv und schädlich ist Negativ Seo – wenn es professionell durchgeführt wird.



Was ist Negativ Seo

Negativ SEO Unter Negativ Seo versteht man die gezielte Schädigung einer fremden Webseite. Es gibt verschiedene Methoden die teilweise auch sehr gut funktionieren wenn man es überlegt angeht. Es gibt verschiedene Ansätze negativer Suchmaschinenoptimierung auf die ich heute hier nicht näher eingehen möchte.


  • Übermäßiger Backlink Aufbau auf die Konkurrenzwebseite
  • Gezieltes (über-) bewerten der fremden Domain
  • “Giftige” Links auf die fremde Domain setzen und diese melden
  • Manipulation der sozialen Kanäle der fremden Domain

Google behauptet schon immer das Negativ Seo nicht möglich ist und niemand eine andere Website “aus dem Index kegeln” kann. Und es stimmt auch, der Suchmaschinenriese wird bei der Erkennung immer besser. Aber es ist so gut wie unmöglich das Google 100%-ig zwischen schlecht gemachter Suchmaschinenoptimierung und Negativ Seo unterscheiden kann.

Wie kann man sich gegen Negative Suchmaschinenoptimierung wehren?

Mir ist kein wirkliches Patentrezept gegen Negativ Seo bekannt. Je nach Art des Angriffs gibt es verschiedene Abwehrmöglichkeiten. Grundsätzlich sollte man seine Domain und deren Verweise im Netz jederzeit gut im Auge behalten. Mit jedem Ansatz den es für die Optimierung von Webseiten gibt wächst auch die Anzahl der Möglichkeiten für Negativ Seo. Waren es früher nur die Backlinks die man im Auge haben musste gibt es heute bedeutend mehr Möglichkeiten. Prinzipiell kann jedes Seo Instrument auch für negative Zwecke missbraucht werden. Google selbst behauptet natürlich das Negativ Optimierung nicht möglich ist, aber was nützt einem das wenn man selbst betroffen ist?

Geht es um unerwünschte Backlinks mit denen man zu kämpfen hat ist es mittlerweile etwas einfacher geworden. Das Disavow Tool von Google ermöglicht es einem die unerwünschten Links mit einem Klick für ungültig zu erklären. Doch selbst wenn es einem durch regelmäßiges entwerten gelingt sämtliche giftigen Links zu entfernen bindet es in jedem Fall Ressourcen und richtet damit wirtschaftlichen Schaden an. In dem Video mit Matt Catts werden auch noch andere Methoden erwäht um einem Angriff entgegen zu steuern, aber die Arbeit bleibt einem leider nicht erspart. Womit ich wieder bei der Frage nach legal oder illegal bin.

Ist negativ Seo legal oder illegal?

Negatives Seo legal oder illegal Negativ Seo ist sehr schwer nachzuweisen. Ich konnte kein entsprechendes Urteil finden in dem jemand wegen Negativ Seo von einem Deutschen Gericht verurteilt wurde. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen müsste man zweifelsfrei nachweisen von wem die Links gesetzt wurden. Wer Lust auf eine Unterhaltung z.B. mit einem russischen Linkfarm Betreiber hat um die IPs zu erfahren – bitteschön.

Und selbst wenn man die IP´s bekommen würde und einer bestimmen Person zuordnen könnte hat man noch lange nicht gewonnen. Man müsste dann nämlich noch zweifelsfrei nachweisen können das einem der betreffende Link geschadet hat. Und das ist aufgrund der Intransparenz von Googles Suchmaschinenalgorithmen so gut wie unmöglich.

Was jetzt? Legal – Illegal – Scheissegal?

Vielleicht wird es eines Tages vor einem Gericht geklärt. Spezielle Gesetze für Negativ Seo gibt es bisher in Deutschland nicht. Der Bundesgerichtshof hat Links als freie Meinungsäußerung gewertet.

Das hier ist kein Rechtsberatungs-Blog von daher sollte man sich auf jeden Fall selbst bei einem Anwalt schlau machen. Aber ich denke bei Negativ Seo könnte grundsätzlich auch der §4 (Absatz 10) des UWG (Gesetz gegen den Unlauteren Wettbewerb) greifen. Wie erwähnt gibt es nach meiner Recherche noch kein diesbezügliches Urteil. Doch das moralische Urteil steht meiner Meinung nach fest. Wenn man selbst Opfer ist und den Verursacher zweifelsfrei identifizieren kann sollte man darüber nachdenken sich zu wehren. Doch wer es nicht schafft sich mit sauberen Methoden von der Konkurrenz abzusetzen wird auch mit Negativ Seo längerfristig keinen Blumentopf gewinnen.

Wer als Agentur oder Inhouse Seo Anfragen bezüglich Negativ Seo bekommt ist meiner Meinung nach gut beraten diese abzulehnen. Wer Erfahrungen mit negativem Seo gemacht hat oder sogar entsprechende Urteile kennt ist herzlich eingeladen seinen Kommentar zu hinterlassen.

Autor: Martin Weiß
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